Sektionen

Message

SBVg und China Banking Association: Erfolgreicher erster „Chinese - Swiss Financial Round Table“

Basel, 2014/06/27 13:00:00 GMT+2 Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) und die China Banking Association (CBA) haben den ersten „Chinese-Swiss Financial Round Table“ durchgeführt. Unter den Teilnehmern befanden sich Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Zhou Xiaochuan, Governor der chinesischen Zentralbank (People’s Bank of China). Weitere Teilnehmer waren Boris F.J. Collardi, CEO von Julius Bär, Patrick Odier, Verwaltungsratspräsident der SBVg, Thomas J. Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Kaspar Villiger, Alt-Bundesrat und früherer Verwaltungsratspräsident von UBS, und Chen Yuannian, Generalsekretär der CBA. Die Teilnehmer diskutierten Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit sowie die Etablierung eines Renminbi-Hubs in der Schweiz. Die beiden Dachverbände unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding), in der einvernehmliche Ziele und Absichten für eine weitere, verstärkte Zusammenarbeit konkretisiert werden.

Die Schweiz und China pflegen seit Jahrhunderten gute Handelsbeziehungen. Heute sind diese Beziehungen enger als je zuvor. Die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommen im 2013, welches am 1. Juli 2014 in Kraft treten wird, hat die Beziehung weiter vertieft. Im Dezember 2013 trafen sich erstmals offizielle Vertreter der Schweiz und Chinas zu einem Finanzdialog; am 26. Juni 2014 folgte ein zweites Treffen. Der erste „Chinese - Swiss Financial Round Table“ ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer vertieften Zusammenarbeit zwischen den Finanzsektoren und Unternehmen beider Länder.

In ihren Begrüssungsreden unterstrichen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den zwei Staaten. Chen Yuannian, Generalsekretär der CBA, lobte in seiner Eröffnungsrede die bisherigen Arbeiten und Diskussionen zwischen der SBVg und der CBA. Die Schweiz und China hätten wichtige Schritte unternommen, um die weitere Zusammenarbeit zu stärken. Patrick Odier, Verwaltungsratspräsident der SBVg, verwies seinerseits darauf, wie wichtig es für China und die Schweiz sei, ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen zu vertieften und voneinander zu lernen.

Durch die Plenardiskussionen führte Kaspar Villiger, Alt-Bundesrat und früherer Verwaltungsratspräsident von UBS. Unter den Referenten befanden sich unter anderem Zhou Xiaochuan, Direktor der chinesischen Zentralbank, und Boris F.J. Collardi, CEO von Julius Bär. Zhou Xiaochuan ging auf die Liberalisierung des Finanzsektors in China und die Chancen für Finanzinstitute mit Wachstumsabsichten ein und schnitt das Thema einer möglichen Partnerschaft mit dem Schweizer Finanzsektor an. Boris F.J. Collardi seinerseits konzentrierte sich auf die Vermögensverwaltung und das Asset Management in der Schweiz, ebenso wie auf deren Rolle als Katalysatoren für die Zusammenarbeit zwischen dem chinesischen und dem schweizerischen Finanzsektor.

Die SBVg und die CBA bekräftigten ihr Interesse an einer Normalisierung und Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz im Banking in den Bereichen Research und bankfachliche Aus- und Weiterbildung. Auch von beiderseitigem Interesse waren die Liberalisierung des Finanzsektors in China und die Möglichkeit, in diesem Prozess eine Partnerschaft mit dem Schweizer Finanzsektor einzugehen.

Fortlaufende Diskussionen über einen Renminbi-Hub in der Schweiz

Eines der zentralen Themen des ersten „Chinese-Swiss Financial Round Table“ war die Möglichkeit, die Schweiz zu einem internationalen Renminbi-Hub zu machen. Sowohl die Schweizer Regierung als auch die Schweizer Banken unterstützen dies. Ausserdem befürworten die Schweizer Banken nachdrücklich den Abschluss eines Währungsabkommens (Swap-Vereinbarung) zwischen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der chinesischen Zentralbank (People’s Bank of China) und somit ein Clearing durch eine chinesische Bank mit Sitz in der Schweiz. Derzeit laufen Bemühungen, die zum Abschluss einer Swap-Vereinbarung für Renminbi und Schweizer Franken führen könnten. Damit würde das Clearing von Renminbi-Transaktionen durch eine Bank mit Sitz in der Schweiz deutlich einfacher. Im gleichen Zug würden die Transaktionskosten sinken und die Stellung der Schweiz als europäische Drehscheibe (Hub) für Transaktionen mit chinesischen Unternehmen und der chinesischen Währung steigen.

Die Teilnehmer brachten klar zum Ausdruck, dass die Schweizer Banken ihre chinesischen Pendants in der Schweiz begrüssen würden, und dass die Schweizer Behörden offen wären, etwaige Anträge seitens chinesischer Banken zu prüfen. Patrick Odier sagte: „Wir würden eine internationale Swap-Vereinbarung für die chinesische und die schweizerische Währung sehr begrüssen. Eine solche Vereinbarung würde die Liquidität für eine in der Schweiz ansässige chinesische Clearingbank gewährleisten und das Vertrauen der Marktteilnehmer erhöhen. Grossunternehmen und KMU in der Schweiz könnten von der räumlichen Nähe und Transaktionsmöglichkeiten in der eigenen Zeitzone profitieren. Mit anderen Worten: Die Schweiz als Renminbi-Hub ist sowohl für China als auch für die Schweiz eine Win-Win-Situation.“ Auch die CBA bekundete Interesse an den Schweizer Plänen. Chen Yuannian meinte: „Der Finanzplatz Schweiz hat sein Volumen an Renminbi-Transaktionen stark ausgebaut. Mittlerweile bedient er Kunden in China, der Schweiz und anderswo auf der Welt. Das kommt nicht nur der Entwicklung der Schweizer Unternehmen zugute, sondern auch der Internationalisierung des Renminbis.“ Zur Konkretisierung ihrer Ziele unterzeichneten die SBVg und die CBA eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) als Zeichen ihres gegenseitigen Verständnisses und ihrer Bereitschaft, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Issue: Renminbi

Weitere Informationen zum Thema: