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Bankenbarometer 2017: Stabilität auch in widrigem Umfeld

Basel, 2017/08/31 07:00:00 GMT+2 Das Jahr 2016 war für die Banken in der Schweiz erneut schwierig. So belasteten die regulatorischen Anforderungen und die Zunahme der Wettbewerbsintensität weiterhin die Margen der Banken. Auch das Niedrigzinsumfeld machte den Banken zu schaffen. Trotzdem erwirtschafteten die meisten Banken im letzten Jahr einen Gewinn, der sich auf CHF 7,9 Mrd. summiert (2015: CHF 15,8 Mrd. Sondereffekt durch einen hohen ausserordentlichen Ertrag einer Grossbank). Der Geschäftserfolg fiel mit CHF 62,5 Mrd. (-3,2%) leicht geringer aus als im Jahr zuvor und ist damit erstmals seit 2012 wieder rückläufig. Ihrer Rolle als Motor der Wirtschaft kommen die Banken ungebrochen nach. Für eine erfolgreiche Zukunft sind die Banken auf gute Rahmenbedingungen angewiesen, welche die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz stärken.
  • Der aggregierte Geschäftserfolg der Banken zeigt sich mit CHF 62,5 Mrd. leicht rückläufig (-3,2%).
  • Der Jahresgewinn 2016 beläuft sich auf insgesamt CHF 7,9 Mrd. Die Banken entrichteten Steuern in der Höhe von CHF 2,3 Mrd. (+3,2%).
  • Die Banken in der Schweiz verwalteten per Ende 2016 insgesamt Vermögen in der Höhe von CHF 6‘650,8 Mrd. (+1,3%).
  • Mit einem Anteil von rund einem Viertel an der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung ist der Schweizer Banksektor die Nummer 1 weltweit.
  • Der Bankensektor beschäftigte im letzten Jahr 101‘382 Personen (-1,6%) (in Vollzeitäquivalenten).
  • Die Wettbewerbsfähigkeit der Banken ist unter Druck; gefordert sind zukunftsweisende Rahmenbedingungen.

 

Die Banken in der Schweiz erzielten 2016 einen Jahresgewinn von insgesamt knapp acht Milliarden Franken. „In einem Umfeld, in dem Banken mit Negativzinsen, strengen regulatorischen Anforderungen und starkem internationalen Wettbewerb zurechtkommen müssen, ist dieses Ergebnis als positiv zu werten“, sagt Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg). „Das spricht für die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Banken in der Schweiz.“

Die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2016 im Überblick:

  • Die Anzahl Banken reduzierte sich im Jahr 2016 von 266 auf 261. Massgeblich verantwortlich für diese Veränderung sind die Weglassungen von Auslandbanken (-4).
  • Per Ende 2016 verwalteten die Banken in der Schweiz insgesamt Vermögen in der Höhe von CHF 6‘650,8 Mrd. Das inländische Kundenvermögen nahm gegenüber dem Vorjahr um CHF 119,0 Mrd. (+3,6%) zu, während das ausländische Kundenvermögen um CHF 36,0 Mrd. (-1,1%) abnahm. Dies entspricht insgesamt einer Zunahme der verwalteten Vermögen von CHF 83,0 Mrd. (+1,3%), welche auf die inländischen Kundenvermögen zurückzuführen ist. Der Anteil an ausländischen verwalteten Vermögen liegt bei knapp der Hälfte.
  • Mit einem Anteil von rund einem Viertel an der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung ist der Schweizer Banksektor die Nummer 1 weltweit.
  • Der aggregierte Geschäftserfolg belief sich auf CHF 62,5 Mrd. (-3,2%) und ist somit erstmalig seit dem Jahr 2012 wieder rückläufig.
  • Der aggregierte Jahresgewinn betrug CHF 7,9 Mrd. und war um die Hälfte niedriger als im Vorjahr (2015: CHF 15,8 Mrd.), jedoch höher als 2014 (CHF 7,4 Mrd.). Die Höhe des Jahresgewinns 2015 war von einem hohen ausserordentlichen Ertrag einer Grossbank geprägt gewesen.
  • Die Banken entrichteten Steuern in der Höhe von CHF 2,3 Mrd. (+3,2%).
  • Die Banken üben ungebrochen eine wichtige Funktion bei der Vergabe von Krediten aus. Das inländische Kreditvolumen betrug CHF 1‘107,5 Mrd. Im Vergleich zu 2015 nahm es um 2,9 Prozent zu. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite fiel 2016 mit 2,7 Prozent leicht höher aus (2015: +2,6%). Den grössten Anteil am inländischen Hypothekarmarkt halten die Kantonalbanken.
  • Angesichts der grossen Herausforderungen, denen sich die Banken gegenüber sehen, ist der Arbeitsmarkt weiterhin äusserst robust. Die Entwicklung der Arbeitsplätze im 2016 war leicht rückläufig. Der Personalbestand (in Vollzeitäquivalenten, im Inland) nahm um 1‘660 Stellen auf 101‘382 (-1,6%) ab. Für den weiteren Verlauf des Jahres zeichnet sich eine leichte Zunahme bei den Anstellungen ab; eine Tendenz, die auch der aktuelle KOF Beschäftigungsindikator bestätigt.

Herausforderungen bleiben bestehen

Banken bewegten sich auch 2016 und im ersten Halbjahr 2017 in einem äusserst herausfordernden Umfeld. Branchenweit ist es für Finanzinstitute schwierig, ihre Zinsmargen zu halten, welche sich bereits seit 2007 stetig verkleinern. Einzelne Geschäftsfelder stossen damit zusehends an ihre Grenzen. Ausserdem bleiben im Zusammenhang mit dem Brexit und der politischen Situation in den USA grosse Unsicherheiten für die Schweizer Banken.

Optimale Rahmenbedingungen

Damit die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Finanzplätzen der Welt gehört, sind eine sinnvolle Regulierung und optimale Rahmenbedingungen unerlässlich. Die SBVg begrüsst, dass die vom Bundesrat angepasste Bankenverordnung den Bedürfnissen der neuen digitalen Geschäftsmodelle Rechnung trägt (neue Fintech-Regeln). „Auffallend ist, dass in jüngster Zeit ein starker Trend zur Kooperation von Fintech-Unternehmen und Banken zu beobachten ist“, so Martin Hess. „Beide Seiten können so voneinander profitieren: Fintech-Unternehmen bieten einen idealen Rahmen zur Entwicklung von neuen Geschäftsideen und können diese in einer höheren Geschwindigkeit umsetzen als etablierte Banken. Die Banken können durch Kooperationen mit Startups ihr Leistungsangebot ausbauen und Effizienzsteigerungen realisieren.“ Wichtig ist, dass bestehende Finanzdienstleistungsunternehmen zu den gleichen regulatorischen Bedingungen am innovativen Fintech-Markt partizipieren können wie die neuen Anbieter. Gerade im Rahmen der Geldwäscherei wäre es beispielsweise für den Finanzplatz Schweiz äusserst riskant, wenn die Pflichten für Fintech-Unternehmen im Geschäft mit Privatkunden aufgeweicht würden.

Über das Bankenbarometer

Das jährlich erscheinende Bankenbarometer der SBVg fasst die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen des Bankenplatzes Schweiz zusammen. Es stützt sich auf Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie auf Erkenntnisse aus Umfragen unter den Mitgliedinstituten. Diese Medienmitteilung, das Bankenbarometer 2017 sowie die Präsentation von Martin Hess finden Sie ebenfalls auf unserer Homepage. Neben den gewohnten Inhalten haben wir Zahlen und Fakten zum Banken- und Finanzsektor (unter anderem aus dem aktuellen Bankenbarometer) attraktiv und exportierbar aufbereitet.