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Der Schweizer Finanzsektor

Die Schweiz gehört zu den global führenden Finanzplätzen und zählte auch im Jahr 2015 zu den wettbewerbsfähigsten Finanzzentren weltweit. Mit Zürich und Genf rangierten zwei Schweizer Städte auf den Plätzen 6 und 15 im Global Financial Centres Index 2016. Der Finanzsektor besteht aus dem Bankensektor und dem Versicherungssektor und trägt wesentlich zum Wohlstand der Schweiz bei.

Der Finanzsektor erzielte 2015 eine Bruttowertschöpfung von CHF 59,9 Mia. Das entspricht einem Anteil von 9,6 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz. Damit wird rund jeder zehnte Wertschöpfungsfranken der Schweiz im Finanzsektor erwirtschaftet. Den grössten Teil der Wertschöpfung, knapp CHF 32 Mia., leisteten die Banken (inklusive bankennahe Finanzdienstleistungen).

Bedeutung des Schweizer Finanzsektors für den Wohlstand der Schweiz

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Finanzsektors sollte nicht nur anhand der direkten Effekte beurteilt werden. Zum einen führt die Nachfrage des Finanzsektors nach Vorleistungen aus anderen Branchen zu weiteren Wertschöpfungseffekten, indirekte Effekte genannt. Hier sind beispielsweise Beratungsunternehmen, IT-Dienstleistungs- oder auch Prüf- und Revisionsgesellschaften zu nennen. Zum anderen kommen auch die Arbeitnehmereinkommen aus der Finanzbranche in Form von privaten Konsumausgaben der Angestellten anderen Branchen der Schweizer Wirtschaft zugute. Viele heimische Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen profitieren somit von der Kaufkraft der Angestellten aus dem Finanzsektor.  

Wertschöpfung

Mit rund CHF 32 Mia. Wertschöpfung generierten die Banken (inklusive bankennahe Dienstleistungen) rund 5,1 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, die Versicherungen (inklusive versicherungsnahe Dienstleistungen) kamen mit rund CHF 28 Mia. Wertschöpfung auf einen Anteil von 4,5 Prozent.

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Als Folge der Vorleistungsnachfrage sowie der Konsumnachfrage der Angestellten profitieren Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors insgesamt in Form einer Bruttowertschöpfung in Höhe von CHF 20,4 Mia. Zum Vergleich: Das BIP des Kantons Basel-Landschaft erreichte 2015 eine Höhe von CHF 19 Mia; in derselben Grössenordnung liegt die Wertschöpfung der Schweizer Konsumgüterindustrie. Pro Wertschöpfungsfranken im Finanzsektor entstehen damit zusätzlich 33 Rappen Wertschöpfung in Unternehmen anderer Branchen der Schweizer Wirtschaft.  Der effektive Wertschöpfungseffekt des Finanzsektors belief sich damit im Jahr 2015 auf CHF 80,3 Mia. Somit gehen 12,9 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung der Schweiz direkt oder indirekt auf die wirtschaftliche Aktivität des Finanzsektors zurück.

Beschäftigung

Im Jahr 2015 waren rund 255‘000 Personen im Finanzsektor beschäftigt. Unter Berücksichtigung der Teilzeitstruktur entspricht das rund 220‘000 vollzeitäquivalenten Arbeitsplätzen.  53,5 Prozent davon oder rund 118‘000 Vollzeitarbeitsplätze  boten die Banken an. Die Stundenproduktivität der Banken betrug im Jahr 2015 mit rund CHF 116,6 pro Stunde gut eineinhalb Mal den Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.

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Infolge der Vorleistungsnachfrage der Finanzinstitute sowie der Konsumnachfrage von Angestellten der Finanzindustrie sind eine Vielzahl Arbeitsplätze mittelbar mit der wirtschaftlichen Tätigkeit des Finanzsektors verbunden.  Der gesamte Beschäftigungseffekt ist damit rund doppelt so hoch wie die Beschäftigung im Finanzsektor selbst und beläuft sich auf 506‘000 Personen. In Vollzeitäquivalenten liegen die Beschäftigungseffekte bei 400‘000 Arbeitsplätzen. Das entspricht einem Anteil von 10 Prozent an der gesamtwirtschaftlichen Zahl der Arbeitsplätze.

Steuern

Die fiskalische Bedeutung von Finanzsektor und Finanzmarkt ergibt sich zum einen daraus, dass die mit den Wertschöpfungseffekten verbundenen Einkommen und Gewinne der direkten Besteuerung von Bund, Kantonen und Gemeinden unterliegen. Zum anderen erhebt der Bund indirekte Steuern auf Finanzmarkttransaktionen und den Bezug von Finanzdienstleistungen.  Mit der Besteuerung der Gewinne und Einkommen, welche unmittelbar mit der wirtschaftlichen Tätigkeit der Finanzinstitutionen verbunden sind, erzielten Bund, Kantone und Gemeinden im Jahr 2015 geschätzte Steuererträge in Höhe von CHF 9 Mia. Unter Berücksichtigung der Fiskaleffekte, welche indirekt über Wertschöpfungseffekte in anderen Branchen entstehen, beträgt der gesamte Steuereffekt aus der Produktion von Finanzdienstleistungen geschätzte CHF 11,6 Mia. Zum Vergleich: Die Ausgaben des Bundes für die Aufgabengebiete „Bildung und Forschung“ und „Landesverteidigung“ beliefen sich 2015 zusammen auf CHF 11.3 Mia.

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Neben den Steuereffekten aus der wirtschaftlichen Tätigkeit der Finanzinstitute kommt es zu weiteren Fiskaleffekten (Finanzmarkteffekte) in Verbindung mit der indirekten Besteuerung von Finanzdienstleistungen oder Finanzmarkttransaktionen (Mehrwertsteuer, Stempelabgaben und Verrechnungssteuer). Insgesamt resultierte im Jahr 2015 aus der indirekten Besteuerung von Finanzdienstleistungen ein geschätzter Steuerertrag von CHF 8,1 Mia. Damit liessen sich 2015 nahezu die gesamten Bundesausgaben für den Verkehr (CHF 8.3 Mia.) finanzieren.

Der gesamte mit Finanzdienstleistungen und -transaktionen verbundene Fiskaleffekt belief sich damit 2015 auf geschätzte CHF 19,8 Mia. Dies entspricht 14,6 Prozent der gesamten Fiskalerträge von Bund, Kantonen und Gemeinden oder beinahe den gesamten Ausgaben des Bundes für die soziale Wohlfahrt (CHF 22 Mia.).