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Der Schweizer Bankensektor

Der Schweizer Bankensektor trägt wesentlich zum Erfolg des Schweizer Finanzplatzes bei. Der Schweizer Bankensektor erbrachte 2015 in einem seit Jahren herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld mit knapp sechs Prozent einen bedeutenden Teil der Wertschöpfung in der Schweiz. Damit kommt er dem Wohlstand der gesamten Schweiz zu Gute.

Der Schweizer Bankensektor umfasst eine Vielfalt an Bankinstituten mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und einer breiten Palette an Dienstleistungen.

Per Ende 2015 waren in der Schweiz 266 Banken tätig. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) unterteilt die Banken anhand ihrer Merkmale und Tätigkeit neu in acht Bankengruppen.

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Im Jahr 2015 hat sich im Bankensektor der Strukturwandel fortgesetzt, so dass sich die Anzahl Banken durch Schliessungen oder Übernahmen verringert hat.

Der Saldo von 266 Banken gegenüber 275 Banken im Vorjahr resultiert aus fünf Entlassungen aus dem Bankenstatus, einer Schliessung, fünf Liquidationen, fünf Übernahmen durch andere Banken sowie sieben Neuaufnahmen. Von den Weglassungen sind insbesondere die ausländisch beherrschten Banken (-8) betroffen, gefolgt von den Börsenbanken (-4) und den Filialen ausländischer Banken (-4).

Weiter sinkende Zinsmargen und die fortschreitende Digitalisierung der Finanzbranche werden in den kommenden Jahren die strukturelle Neuordnung im Bankensektor vorantreiben. Die hohe Regulierungsdichte und damit einhergehenden Compliance-Kosten lasten schwer auf den Banken und beeinträchtigen die Position der Schweiz im internationalen Standortwettbewerb.

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Geschäftserfolg

Der aggregierte Geschäftserfolg belief sich 2015 auf CHF 64,6 Mrd. (+5,0%).  

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Im Jahr 2015 haben 228 der insgesamt 266 Banken in der Schweiz einen Jahresgewinn erzielt. Die Gewinne summierten sich auf CHF 19,6 Mrd. und waren somit CHF 5,7 Mrd. höher als im Jahr zuvor (+41,0%). Die Verluste der unprofitablen Institute reduzierten sich um CHF 3,0 Mrd. auf CHF 3,8 Mrd. (-44,1%). Der aggregierte Jahresgewinn der Branche betrug somit CHF 15,8 Mrd.  (2014: CHF 7,4 Mrd.).

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Bilanzgeschäft und Beschäftigung bei den Banken in der Schweiz

Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz sank im Jahr 2015 von CHF 3’041,7 Mrd. auf CHF 3’026,1 Mrd. (-0,5%). Einen massgeblichen Einfluss hatten die Rückgänge der Grossbanken (-CHF 36,0 Mrd.) sowie der ausländisch beherrschten Banken (-CHF 33,2 Mrd.).  Ein Grund dafür liegt im Rückgang der in Euro verbuchten Auslandforderungen und -verpflichtungen durch die Tieferbewertung der Bestände in Euro infolge der Aufhebung des Mindestkurses im Januar 2015.

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Beschäftigung bei den Banken in der Schweiz

In Vollzeitäquivalenten betrug der inländische Personalbestand der Banken in der Schweiz im Jahr 2015 103’041 Mitarbeitende . Dies entspricht summiert über alle Banken einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr von 1’012 Stellen. Dabei zeichnet sich ein uneinheitliches Bild: Kantonalbanken, Raiffeisenbanken, Privatbankiers und die übrigen Banken („Andere Banken“ und Börsenbanken) haben im Jahr 2015 insgesamt 1’432 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Grossbanken, Regionalbanken und Sparkassen sowie die Auslandbanken haben hingegen 2’444 Stellen abgebaut. 

Die jährlich von der SBVg durchgeführte Umfrage zur Personalentwicklung bei den Banken zeigt für das erste Halbjahr 2016 einen deutlichen Rückgang der Beschäftigung in der Schweiz. Sie reduzierte sich zwischen Ende 2015 und Juni 2016 um 3‘454 Stellen (-4,1%). Von den antwortenden Banken wurden 3’558 Zugänge und 7’012 Abgänge gemeldet.  

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Personalbestand im Inland (Quelle: Beschäftigungsumfrage SBVg 2016)

Für das zweite Halbjahr 2016 erwarten 67,3 Prozent der antwortenden Banken eine unveränderte Beschäftigung. 21,0 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten einen höheren und 11,7 Prozent einen tieferen inländischen Personalbestand.

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Im Jahr 2015 betrug die Arbeitslosenrate im Schweizer Bankensektor gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO durchschnittlich 2,5 Prozent. Sie lag somit mehr als einen halben Prozentpunkt unter den Zahlen für die Gesamtwirtschaft von 3,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Bankensektor hat um 5,9 Prozent abgenommen, während die Anzahl der registrierten Arbeitslosen auf Ebene der Schweizer Volkswirtschaft laut SECO um 4,4 Prozent zugenommen hat.
Im ersten Halbjahr 2016 hat sich die Arbeitslosenrate im Bankensektor leicht auf 2,7 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote der Gesamtwirtschaft lag  bei 3,1 Prozent im Juni 2016, wenngleich diese seit Dezember 2015 abgenommen hat.

Vermögensverwaltung

Die Banken in der Schweiz verwalteten per Ende 2015 insgesamt Vermögen in der Höhe von CHF 6'567,6 Mrd. Dies entspricht einer Reduktion des in der Schweiz verwalteten Vermögens um CHF 88,2 Mrd. (-1,3%) gegenüber dem Vorjahr. Die Reduktion ist vorwiegend auf Währungseffekte zurückzuführen. Das ausländische Kundenvermögen liegt mit einem Anteil von 49,3 Prozent an den verwalteten Vermögen in der Schweiz unter dem Anteil aus dem Vorjahr mit 51,1 Prozent. Die Schweiz bleibt Weltmarktführerin im grenzüberschreitenden Private Banking: 25,0 Prozent des weltweit verwalteten Vermögens werden in der Schweiz verwaltet.