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Geschichte

Geschichte

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es in der Schweiz Banken, seit 100 Jahren eine Vereinigung ihres Standes.

Von Robert U. Vogler

Sie wurde 1912 als „Vereinigung von Vertretern des schweizerischen Bankengewerbes“ gegründet und 1919 „entsprechend ihrem Wesen und dem allgemeinen Sprachgebrauch“ in „Schweizerische Bankiervereinigung“ (SBVg) umbenannt. Seit 2001 wird auch die Wortmarke „SwissBanking“ verwendet für eine Institution, die sich offen und in einem modernen, internationalen Kleid präsentiert: massgeschneidert für die modernen Kommunikationsmittel wie das Internet. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg.

Gründung am Ende der Belle Epoque

159 Geldhäuser mit 316 Mitgliedern finden sich zur Gründungsversammlung in Basel ein. Man schreibt das Jahr 1912 und steht am Ende der Belle Epoque, jener von Frieden und einem unglaublichen Zukunftsglauben an das Machbare geprägten Epoche, deren sichtbarster Ausdruck wohl der 1889 erbaute Eiffelturm in Paris ist. Zweck des Verbandes soll u. a. die „Besprechung aller das Bankgeschäft berührenden Fragen, (…) die Besprechung der Gesetzesvorlagen von Bund und Kantonen, welche die Interessen des Bankgewerbes unmittelbar oder mittelbar berühren, die Begutachtung solcher Vorlagen und die Formulierung eventueller Abänderungsvorschläge“ sowie die „Fürsorge für die Wahrung der Ehre und des Ansehens des schweizerischen Bankgewerbes“ sein. Der Vereinigung können vorerst nur natürliche Personen beitreten, etwa Präsidenten, Vizepräsidenten, Verwaltungsratsdelegierte oder Direktoren und Besitzer sowie Teilhaber von Privatbanken. Ab 1937 erfolgt eine Öffnung für Vizedirektoren und Prokuristen und 1947 auch für einzelne Bankinstitute. 1962, beim 50-Jahr-Jubiläum, zählte die Organisation 322 Institute mit 1087 Mitgliedern, im Jubiläumsjahr 2012 sind es rund 350 Institute und 17’700 Mitglieder.

1914 beschloss die SBVg die ersten zwei sogenannten Konventionen, Abmachungen, an welche sich die Mitglieder grundsätzlich zu halten hatten. Sie bildeten die Basis vieler Beschlüsse zu den unterschiedlichsten Themen und wurden erst in den Neunzigerjahren in der Folge der Wettbewerbsgesetzgebung aufgehoben. Ein wichtiges Betätigungsfeld war nach dem Ersten Weltkrieg der Schutz schweizerischer Vermögenswerte in den ehemals kriegführenden Ländern Europas: Ähnlich war es auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Nationalisierungen schweizerischen Auslandskapitals namentlich in den kommunistisch beherrschten Staaten Osteuropas eine langjährige Aufgabe der Bankiervereinigung darstellten. Wiedergutmachung und Entschädigung von Eigentumsrechten waren die Stichworte.

Bankengesetz und amerikanische Wertpapiere

Wichtigstes Geschäft der Dreissigerjahre war für die Bankiervereinigung die Einführung des „Gesetzes über die Banken und Sparkassen“ am 1. März 1935. Von 1926 bis 1930 durchliefen die Schweizer Banken vorerst eine kurz währende Boom-Phase. Insbesondere die Schweizerische Volksbank (SVB), aber auch einige andere Banken waren in diesen Goldenen Zwanzigern grosse Kreditengagements in Deutschland eingegangen. In den Dreissigerjahren mussten sie dann wegen der ab 1931 auch in Deutschland beginnenden Wirtschafts- und Bankenkrise schwere Ausfälle hinnehmen. Sie kamen in grösste Schwierigkeiten, weil sie sich nur unter grossen Verlusten aus diesen Geschäften zu lösen vermochten. In weiten Kreisen der Bevölkerung kam Angst vor dem Verlust der Spareinlagen auf, der Ruf nach einer Aufsicht durch den Staat wurde laut.

Auslöser für die neue Bankenaufsicht war in erster Linie die SVB, die zweimal gerettet werden musste, einmal mit massiver staatlicher Hilfe in der Höhe von 100 Millionen Franken, eines Viertels des damaligen Budgets der Eidgenossenschaft. Die Banken vertraten eine grundsätzlich liberale Haltung und hatten sich über Jahrzehnte erfolgreich gegen eine Bankenaufsicht gesträubt. Noch nach 1933 stellte die SBVg fest, „dass die vorgeschriebene Staatskontrolle der Banken wohl dem Bunde eine unerwünschte moralische Verantwortung aufbürden würde, jedoch keineswegs geeignet wäre, sachlich dem Publikum eine bessere Gewähr als bisher für die Sicherheit der bei den Banken angelegten Gelder zu bieten“. Im Geschäftsbericht von 1934 der SBVg war gar die Rede von einer „Bankpolizeigesetzgebung“. Aber mit den in der Expertenkommission vertretenen Banken liess sich auch die Bankiervereinigung von der Notwendigkeit eines Gesetzes überzeugen. Auf einem Nebenschauplatz gelang es, das bis dahin ungeschriebene Bankgeheimnis – eigentlich ein „Bankkundengeheimnis“, weil es die Privatsphäre der Kunden und nicht die Bank schützt – zu kodifizieren. Unzählige Fälle ausländischer Bankspionage in Schweizer Banken hatten dazu geführt, dass diese Lücke im Gesetz über die Banken und Sparkassen von 1934 geschlossen werden musste. Das Bankgeheimnis spielte in der politischen Diskussion um die Bankengesetzgebung allerdings eine marginale Nebenrolle. Aus heutiger Sicht überrascht, dass es von keiner politischen Kraft bekämpft wurde.

1932 beschäftigte die sogenannte „Pariser Affäre“ der Basler Handelsbank (BHB) Öffentlichkeit, Justiz und Bankiervereinigung. Zwei Vertreter der Bank waren bei einem Treffen mit französischen Staatsbürgern verhaftet worden, weil sie diesen bei der Umgehung der französischen Couponsteuern behilflich gewesen waren. Im politisch instabilen Frankreich führte diese „fraude fiscale“ zu einem innenpolitischen Skandal, weil sich unter den Kunden der BHB einige Prominente befanden. Die Auseinandersetzungen mit dem französischen Staat und seinen Justizbehörden überdauerten sogar Vichy-Frankreich bis unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und bildeten für die SBVg eine langjährige Aufgabe.

Die Auseinandersetzungen mit den amerikanischen Steuerbehörden spielten sich eher im Hintergrund ab und beschäftigten die SBVg „seit Jahren“, wie sie 1934 in ihrem Geschäftsbericht feststellte: „Im Herbst 1934 wurde uns gemeldet, das amerikanische Schatzamt habe die Banken zur Nachholung allfälliger nicht abgegebener Steuererklärungen für die Jahre 1929 bis 1933 aufgefordert und beigefügt, es müssten genaue Angaben über die vorgenommenen Transaktionen in Aktien, Obligationen und Waren gemacht werden. (…) Das Schatzamt (…) stellte an die Banken das Ansinnen, nicht nur über die für eigene Rechnung, sondern auch über die für Rechnung ihrer Kunden getätigten Titeltransaktionen Auskunft zu erteilen.“ Und: „Das Eidgenössische Politische Departement [heute Eidg. Dep. für auswärtige Angelegenheiten, EDA] erklärte sich bereit, die Schweizer Banken mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen für den Fall, dass die amerikanischen Steuerbehörden trotzdem auf ihrer Forderung beharren oder sogar Zwangsmassnahmen ergreifen sollten.“ Auf die von verschiedenen Regierungen erhobenen Interventionen hin wurde jedoch vom Schatzamt die Befreiung der im Ausland domizilierten Personen von der Besteuerung angegangen. 1939 konnte die SBVg in einem Zirkular Entwarnung geben, weil das amerikanische Schatzamt auf die mittels einer Art Abgeltungsteuer einbehaltenen Beträge verzichtete und die Schweizer Banken sogar bereits bezahlte Steuern wieder einfordern konnten.

Neuanfang

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich die Schweizer Banken während rund zwanzig Jahren wenig. Sie hatten noch immer die Kriegs- und Folgejahre zu verdauen. Der Neuanfang begann mit der anziehenden Hochkonjunktur der Sechzigerjahre. Sie führte zu einer ungestümen Expansion insbesondere der Grossbanken, sowohl in der Schweiz als auch im Auslandgeschäft. Schon damals unterstützte die Bankiervereinigung diese Institute bei ihren ersten Schritten auf den nordamerikanischen Märkten tatkräftig, so wie sie es heute auch kontinuierlich auf anderen wichtigen und aufstrebenden Märkten tut. Neben den erfolgreichen kommerziellen Geschäften mit Firmen und internationalen Unternehmen erhielt das Private Banking, die Vermögensverwaltung der Grossbanken – das Geschäft mit wohlhabenden Schweizern und Ausländern – neben den historischen Privatbanken eine immer grössere Bedeutung. Für die Bankiervereinigung als Branchenverband war es fortan nicht immer einfach, alle Interessen unter einen Hut zu bringen und Kongruenz in allen Fragen zwischen Grossbanken und Regionalbanken, Kantonalbanken und klassischen Privatbanken herzustellen.

Für den Finanzplatz stellte das Washingtoner Abkommen von 1946 zwischen der Schweiz und den USA einen wichtigen Schritt zur Normalisierung der gestörten Beziehungen mit den alliierten Siegernationen her. Die Bankiervereinigung war zwar bei den Verhandlungen nicht direkt vertreten, nahm aber für die Banken, welche vom amerikanischen Treasury dem Generalverdacht der Kollaboration mit Nazideutschland ausgesetzt waren, eine wichtige Funktion bei der Umsetzung der verschiedenen Teilabkommen ein. Es ging dabei in erster Linie um Schweizer Vermögenswerte deutschen Ursprungs in der Schweiz und in den USA, wobei die Amerikaner die Aufhebung des Bankgeheimnisses durchsetzen wollten, was ihnen jedoch nicht gelang.

Der Weg zur Bankeninitiative

1977 schreckte der Fall Chiasso der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) die Schweiz und die ganze Finanzwelt auf: Damals wurden in der Filiale Chiasso der SKA Verluste in der Höhe von 2,2 Milliarden Franken aufgedeckt. Der damit verbundene immense Reputationsschaden für die Bank und den Finanzplatz führte 1977 im Schosse der Bankiervereinigung zur sogenannten „Vereinbarung über die Sorgfaltspflicht der Banken“ (VSB). Diese Selbstregulierung gilt in angepasster Form noch bis heute und formuliert als wichtigste Ziele „das Ansehen des schweizerischen Bankgewerbes im In- und Ausland zu wahren“ sowie zu einer „einwandfreien Geschäftsführung“ zu verpflichten.

Seit Längerem hatten Schweizer Drittweltorganisationen die Banken im Visier und bekämpften die unter dem Schutz des Bankgeheimnisses in hoher Milliardenzahl auf Schweizer Banken vermuteten Fluchtgelder aus Entwicklungsländern. Nachdem der „Fall Chiasso“ offenkundig geworden war, lancierte die politische Linke 1978 die „Initiative gegen den Missbrauch des Bankgeheimnisses und der Bankenmacht“. Sie verlangte die Auskunftspflicht der Banken gegenüber den Steuerbehörden und Rechtshilfe für ausländische Regierungen, die Offenlegung der Werte der verwalteten Kunden- und Treuhandvermögen sowie der ausgeübten Verwaltungsratsmandate und Depotstimmrechte. Unter professioneller Führung der Bankiervereinigung wurde die Initiative erfolgreich bekämpft, unter anderem mit der Imagekampagne „Die Schweizer Banken – ein Teil unserer Wirtschaft“, die noch während Jahren als Vorbild für weitere Kampagnen diente. In der Volksabstimmung vom 20. Mai 1984 wurde die Initiative mit 73 Prozent Nein-Stimmen wuchtig verworfen.

Aufstieg

Zwischen 1970 und Mitte der Neunzigerjahre erlebten alle Schweizer Banken einen beispiellosen Aufschwung, sowohl im nationalen wie auch im internationalen Geschäft. Der Finanzplatz Schweiz wuchs zu einer ausserordentlichen Grösse, in erster Linie durch die Vermögensverwaltung. Sie liegt noch heute mit einem Marktanteil von 27 Prozent im grenzüberschreitenden Geschäft weltweit an der Spitze. Einen ersten Dämpfer mussten die Banken – allen voran die Grossbanken – hinnehmen, als nach 1995 die Fragen um den Verbleib der nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern des Zweiten Weltkriegs immer drängender wurden. Die obersten Führungsgremien der Banken verkannten die Brisanz der Anliegen und glaubten, dass ihre Vorgänger diese Angelegenheit bereits 1962 zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt hatten. Die Bankiervereinigung engagierte sich in starkem Masse und versuchte die Wogen der Entrüstung von Anwälten und Opferorganisationen in den USA zu glätten. Unter ihrer Führung wurde 1996 ein „Memorandum of Understanding“ mit den beteiligten amerikanischen Organisationen unterzeichnet, das die Schaffung einer unabhängigen Untersuchungskommission vorsah, welche den Verbleib derartiger Vermögenswerte abzuklären hatte. Am Ende mündete der politische Druck in einen Vergleich, der alle drei Grossbanken zu einer Zahlung von rund 1,8 Milliarden Franken und einem aufwendigen Verfahren zur Verteilung dieser Gelder an Opfer und deren Nachkommen brachte. Gleichzeitig hatten die beiden Grossbanken, die Schweizerische Bankgesellschaft und der Schweizerische Bankverein, ihre Fusion für 1998 bekanntgegeben.

Der Reputationsschaden betraf aber nicht nur die Banken, sondern den Finanzplatz und das ganze Land. Nicht zuletzt deshalb unterstützte die SBVg die zwei historischen Untersuchungskommissionen, deren Resultate nachträglich belegten, dass die Schweizer Banken – entgegen den massiven Vorwürfen aus den USA – sich keineswegs systematisch an Opfern des Holocausts bereichert hatten.

Von grosser Bedeutung für einen modernen Finanzplatz Schweiz war die Einführung eines adäquaten Börsengesetzes. Die Bankiervereinigung begleitete und trieb den politischen Prozess intensiv über insgesamt sieben Jahre voran und trug massgeblich zu dessen Entstehung bei. Ein ganz wichtiges Anliegen war, dass die Börsen auch weiterhin privatrechtlich organisiert sein sollten und Elemente der Selbstregulierung staatliche Eingriffe in Detailfragen unnötig machen. 1997 trat das Gesetz in Kraft. Ähnliches gilt für die Gesetzgebung zur Geldwäscherei, welche 1998 gesetzeswirksam wurde und für die SBVg eine weitere grosse Aufgabe darstellte. Ebenfalls grosser, zweimaliger Anstrengungen bedurfte es für die Vertreter der Banken auf dem Weg zur Einführung der Insidergesetzgebung im Strafgesetzbuch im Jahr 1988 und deren Revision von 2008, welche eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen brachte. Zurzeit stehen wiederum eine Revision zur Sanktionierung von Fehlverhalten am Kapitalmarkt sowie die Anpassung an internationale Regelungen, auch des Insiderhandels, an.

Rückschläge und Wendepunkt

Nach 2000 setzte in der öffentlichen Meinung bis zum Beginn der Subprime-Krise in den USA wieder ein Umschwung zugunsten der Schweizer Banken ein. In den Jahren 2007 bis 2009 durchlief der Finanzplatz Schweiz vor allem mit den Problemen um die UBS eine sehr turbulente Phase. Die Politik und die Schweizerische Nationalbank mussten, wie auch bei der Lösung im Steuerstreit mit den USA im Jahr 2009, massiv eingreifen. Im Vergleich zu anderen Finanzplätzen meisterte die Schweiz die Finanzkrise aber sehr gut.

Die Bankiervereinigung ist nicht nur eine Branchenvertretung, sondern sie nimmt für sich auch in Anspruch, Vordenkerin in vielen Bereichen von Bankwesen und Finanzplatz zu sein.

Als führende Kraft begann sie sich ab 2007 intensiv mit Zukunftsszenarien zu befassen.

Früher als andere Finanzplatzakteure erkannte die Bankiervereinigung, dass einzig die Verwaltung von versteuerten Geldern ausländischer Kunden zukunftsweisend sein könne.

Wichtige Anliegen für den Finanzplatz

Dem Verband der Schweizer Banken lagen seit jeher wichtige Anliegen am Herzen, die nicht direkt mit dem Bankgeschäft zu tun haben, sondern Grundlagen dazu bilden oder das Bild der Finanzinstitute in der Öffentlichkeit prägen.

Seit Jahrzehnten führt die Bankiervereinigung regelmässig Umfragen zur Einschätzung der Qualität und Beliebtheit der Banken durch. Mit hoher Konstanz zeigen die Resultate das gleiche Bild: Die Zufriedenheit und das Befinden gegenüber der Bankenwelt im Allgemeinen schwanken, zwar auf hohem Niveau, aber stark beeinflusst von aktuellen Ereignissen rund um die Banken, den Finanzplatz und die Politik. Wenn es aber um die eigene Bank geht, jene, mit der sie eine Geschäftsbeziehung eingegangen sind, zeigen die Befragten jedes Mal unverändert eine sehr hohe Zustimmung und einen Zufriedenheitsgrad auf Rekordwerten.

Bis heute bilden die Schweizer Banken noch immer den grösseren Teil ihrer Mitarbeitenden im Rahmen einer kaufmännischen Grundbildung Bank aus. Dabei sind die Zahl der Berufe und Berufsfelder sowohl auf Stufe Banklehre als auch an Universitäten und Fachhochschulen vielfältig. Banken beschäftigen heute buchstäblich Dutzende von Berufen und es kommen immer noch neue hinzu. Ausdruck des Trends zur Akademisierung war die Gründung des Swiss Finance Institute (SFI) auf Initiative der SBVg, das seine Tätigkeit am 1. Januar 2006 aufnahm. Das SFI ist eine Stiftung, die gemeinsam von Banken, führenden Hochschulen sowie dem Bund getragen und finanziert wird. Es strebt in erster Linie eine wettbewerbsorientierte Förderung von Forschung und Lehre an und bietet ein attraktives Angebot an Executive Education an.

Seit 1993 gibt es die Institution Schweizerischer Bankenombudsman. Der Ombudsman dient als Anlaufstelle für Kunden, die mit ihrer Bank einen Streit haben, aber nicht vor Gericht gegen sie vorgehen möchten. Der Ombudsman vermittelt zwischen den Parteien, hat aber keine schiedsrichterlichen Zuständigkeiten, und kann den Beteiligten eine Lösung empfehlen, aber nicht vorschreiben. Trägerschaft ist eine Stiftung, die von der Schweizerischen Bankiervereinigung gegründet wurde. Der Stiftungsrat setzt sich aus unabhängigen Persönlichkeiten zusammen.

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In der Rückschau auf die vergangenen 100 Jahre stellt man fest: Geschichte wiederholt sich, auch bei der Bankiervereinigung. In regelmässigen Abständen hiess es, ähnlich gelagerte Herausforderungen zu bewältigen. Dem Branchenverband galt und gilt die ständige Sorge dem Finanzplatz, der für die Volkswirtschaft der Schweiz von grösster Bedeutung ist. Er erwirtschaftet rund 11 Prozent des Bruttoinlandprodukts, trägt 12 bis 15 Prozent zu den Steuereinnahmen bei und bietet rund 200’000 gut qualifizierte Arbeitsplätze. Deshalb braucht es weiterhin eine starke Branchenvertretung, die sich für den Finanzplatz auch in Zukunft erfolgreich engagiert. So versicherte Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, am Bankiertag 2011: „Die Schweizerische Bankiervereinigung setzt sich weiter mit aller Kraft für konkrete und gute Lösungen für die verschiedenen Herausforderungen auf unserem Finanzplatz ein.“

[Alle Zahlenangaben Stand 2012]

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Der Text ist ein Auszug aus dem Buch „100 Jahre Swiss Banking. 100 Menschen. 100 Danke“, erschienen zum 100-Jahr-Jubiläum der SBVg. Der Autor Robert U. Vogler ist promovierter Historiker, war von 1988 bis 1998 Pressesprecher der Schweizerischen Bankgesellschaft, danach Leiter Historical Research bei UBS AG und bis Anfang 2009 Senior Political Analyst bei Public Policy von UBS. Heute arbeitet er als unabhängiger Historiker.